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Tag der Humanitären Hilfe am 19. August: DRK geht neue Wege (vom 23.08.2019)
Wirbelstürme, Überschwemmungen, Dürren – Wetterextreme und Naturkatastrophen treten aufgrund des Klimawandels immer häufiger auf, ihr Ausmaß wird immer fataler. „Betroffen sind besonders die Menschen, die aufgrund von Armut oder bewaffneten Konflikten ohnehin schon stark geschwächt und besonders schutzbedürftig sind. Mehr als die Hälfte aller humanitären Hilfseinsätze der internationalen Rotkreuz- und Rothalbmond-Bewegung weltweit stehen inzwischen im direkten Zusammenhang mit Extremwetterereignissen“, sagt Alexandra Rüth, Expertin beim DRK für das Themengebiet humanitäre Konsequenzen des Klimawandels. Um die am stärksten Gefährdeten zu schützen, passt das Deutsche Rote Kreuz die Humanitäre Hilfe den neuen Gegebenheiten an – durch innovative Methoden wie der vorhersagebasierten Finanzierung von Hilfsmaßnahmen.
Den neuen Ansatz „Forecast-based Financing“ hat das DRK zusammen mit dem Auswärtigen Amt entwickelt, um anhand von Wettervorhersagen schon vor einer Naturkatastrophe die Menschen zu unterstützen. Wird ein vorab definierter Grenzwert erreicht, werden finanzielle Mittel für die Humanitäre Hilfe freigesetzt, um gezielte Vorsorgemaßnahmen durchzuführen. „Das führt dazu, dass zum Beispiel bei einem herannahenden Zyklon die Menschen ihre Häuser rechtzeitig sturmfest machen, Nahrung und Saatgut in Plastiksäcken geschützt sind und sichere Gebäude aufgesucht werden“, erklärt Rüth. Das Ziel von Forecast-based Financing ist es, existierende Vorhersagen für Extremwetterereignisse zu nutzen, und damit menschliches Leid zu verhindern. Bisher wird diese innovative Maßnahme in 16 Ländern umgesetzt, darunter Peru, Vietnam und Bangladesch – Länder, die vom Globalen Klima-Risiko-Index unter den Top 10 der am stärksten vom Klimawandel gefährdeten Länder eingestuft wurden.

Das DRK leistet zudem in besonders von der Erderwärmung betroffenen Gebieten Humanitäre Hilfe durch eine nachhaltige, angepasste Landwirtschaft. „In Somalia zum Beispiel, wo die Ernten aufgrund von ausgedörrten Äckern einbrechen, stellen wir in Abstimmung mit den Behörden den Kleinbauern Saatgut zur Verfügung, das weniger Wasser zum Keimen benötigt. Dadurch können die Menschen trotz veränderter Wetterbedingungen ihre Lebensgrundlage sichern“, sagt Alexandra Rüth.

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